WACHTRÄUME 

DAYDREAMS


Wien / VIENNA 2019 

Photos ©Sina Gerschwiller




Diese Werke sind gezeichnete Szenarien, die den Akt des Einschlafens und den Zustand zwischen dem Ende des Wachseins und den Beginn der Träume skizzieren. Mit den akribisch gezeichneten bewegungslosen Körpern erforsche ich den Zustand des Unbewusstseins. Hier ist dem Träumenden während des Wachtraums bewusst, dass er träumt, dennoch steht ihm sein volles Bewusstsein zur Verfügung um den Traum wahrzunehmen.


In den Zeichnungen ‚Peter – Prisoners Cinema‘ 1, 2 und 3 beschäftige ich mich mit dem Phänomen des Wachtraumes – „Prisoners Cinema“ – eine Abstraktion der oszillierenden, chaotisch auf einander prallenden, blitzenden Farbformen in den offenen und gleichzeitig abwesenden Augen meines Ziehvaters. Dies ist eine Metapher zu einer zunehmenden Demenzerkrankung, die bewirkt, dass er tagsüber plötzlich ziellos minutenlang in die Leere starrt. Sein Körper bleibt dabei komplett bewegungslos, wirkt teilnahmslos – er verlässt mich und verschwindet. Ich frage ihn danach: „Peter, wo bist du? Was siehst du dort? Kannst du es beschreiben?“ Der hypnotische Blick seiner wasserblauen Augen versperrt alle Zugänge der Realitäts-Wahrnehmungen. Peter befindet sich in einem Zwischenraum, einem Raum der oszillierenden Erinnerungen und nicht erfüllten Träumen wo kein anderer außer ihm Zugang hat. ich versuche in diesen Raum durch die Zeichnung einzudringen und eine Skizze dieses metaphorischen Raumes zu erschaffen. 


Die Zeichnung mit dem Titel ‚Lukas‘ Wachträume’ ist ein Nacktporträt von meinem Mann Lukas und sie ist in den Farben gezeichnet, die er nicht sehen kann - ganz bestimmte Töne von Grün und Rosa. Die Farbenblindheit ist eine außergewöhnliche, aber seine eigene Realitätswahrnehmung. Um ihn schweben Federn in der Luft, wie eine Magie, die volle Kontrolle über uns zwei übernimmt. Lukas ist der Wächter unserer Liebe. 

Die vierte großformatige Zeichnung „Wachtraum – die drei Nachrichten“ ist ein Selbstporträt. Sie illustriert eine Sequenz meines Traumes, in der ich drei Nachrichten erhalten habe, die danach tatsächlich in der Realität passierten. Sie werden von drei Tieren, einem Raaben, einer Maus und einer Libelle, übermittelt, die jeweils metaphorisch diese Nachricht symbolisieren. Der Inhalt bleibt allerdings verborgen. Die kleine Zeichnung „Wachtraum 2 – Mäuse“ illustriert diese Sequenz noch einmal. 



These works are drawn scenarios that outline the act of falling asleep and the state between the end of the waking and the beginning of the dreams. With meticulously drawn motionless bodies, I explore the state of unconsciousness. Here is the one who is dreaming the daydream aware that he is dreaming, yet he has his full consciousness to perceive the dream.


In the drawings "Peter – Prisoners Cinema" 1, 2 and 3 I deal with the phenomenon of daydreaming – "Prisoners Cinema" – an abstraction of the oscillating, chaotically bouncing, flashing color forms in the open and at the same time absent eyes of my foster father. This is a metaphor for an increasing dementia that causes him to stare aimlessly into the void for minutes every day. His body remains completely motionless, apathetic – he leaves me and disappears. I ask him, "Peter, where are you? What do you see there? Can you describe it?" The hypnotic gaze of his watery blue eyes obstructs all approaches to the perceptions of his reality.

Peter is in an interspace, a space of oscillating memories and unfulfilled dreams where no one else has access to it. I try to enter the room through the drawing and create a sketch of this metaphorical space.


The drawing titled, "Lukas’ Daydreams" is a naked portrait of my husband Lukas. It is drawn in the colors he is not able to see - very specific shades of green and pink. His color blindness is an extraordinary, but a very own perception of reality. Around him hover feathers in the air, like a magic that takes full control of us two. Lukas is the guardian of our love.

The fourth large-format drawing “Daydream – three messages“ is a self-portrait. It illustrates a sequence of my dream in which I received three messages that actually happened in reality after that. They are transmitted by three animals, a raven, a mouse and a dragonfly, each symbolizing this message metaphorically. The content, however, remains hidden. The small drawing "Daydream 2 - mice" illustrates this sequence again.



Peter – prisoner's cinema 1

190 x 125 cm, colored pencils on cardboard

Vienna 2019



Peter – prisoner's cinema 2

190 x 125 cm cm, colored pencils on cardboard

Vienna 2019


Lukas Wachträume

Lukas Daydreams

190 x 125 cm cm, colored pencils on cardboard

Vienna 2019


Wachtraum – Die drei Nachrichten

Daydream – three Messages 

190 x 125 cm cm, colored pencils on cardboard

Vienna 2019


Peter - prisoner's cinema 3

100x70cm, colored pencils on cardboard

Vienna 2019




Wachträum 2 

Daydream 2

70 x 50 cm, colored pencils on cardboard

Vienna 2019


Wachtraum 3  

Daydream 3

70 x 50 cm, colored pencils on cardboard

Vienna 2019


Wachtraum 4

Daydream 4

50 x 50 cm, colored pencils on cardboard

Vienna 2019

Solo Exhibition @Gandy Gallery

Interview für DennikN


[ INSTALLATION VIEW ] CHAPTER 1 
Exhibition 30 May – 26July 2019


Wachträume Ausstellung1
Wachträume 2
Wachträume 3
Wachträume 4
Wachträume 5
Wachträume 6
Wachträume 7
Wachträume 8
Wachträume 9
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Wachträume 19